Zähne bleichen - Was solltest Du dabei beachten




Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von ElmarsToothTalk.

Heute diskutieren wir ein Verfahren, das in der Zahnmedizin seit langem von Patienten nachgefragt wird: Die Zahnaufhellung auch Bleaching genannt. Du erfährst wie Bleaching funktioniert und welchen Einfluss Bleaching auf die Gesundheit haben kann.

Es ist wohl kein Geheimnis, dass wir alle weiße Zähne haben wollen.

Im letzten Jahr haben allein in Deutschland über 100.000 Menschen auf die eine oder andere Art ihre Zähne aufgehellt. Ganz im Sinne der Amerikanischen Denkweise, je größer und weißer dein Lächeln umso jünger und gesünder fühlst Du Dich. Aber ist die Suche nach dem strahlend weißen Lächeln auch so sicher und effektiv, wie es in den Prospekten angepriesen wird?

Nach neuesten Untersuchungen des British Dental Journals verlangsamen die Bleaching-Zahnpasten zwar den Wiederverfärbungsprozess jedoch scheinen die tatsächlichen Resultate nicht mit den Werbeversprechen mithalten zu können. Viel wichtiger als Geld zu verschwenden für ein Produkt das nicht wirkt ist aber das Risiko seine Gesundheit mit unsicheren Verfahren aufs Spiel zu setzen.

Die meisten Methoden zielen auf Verfärbungen von Nahrung und Getränken, die in der Zahnoberfläche eingeschlossen sind. Zahnpasten versuchen diese zu entfernen während Wasserstoff-Peroxid haltige Verfahren diese entfärben. Nach neuesten den EU-Richtlinien darf die maximale Konzentration an Wasserstoffperoxid in Bleachinggels nur noch 6% betragen. Wir schauen uns deshalb heute an welche Möglichkeiten der Zahnaufhellung bestehen. Welche Vorteile jede Methode hat und was die Nachteile oder Nebeneffekte sein können.

Wichtig zu wissen
Zähne können nur dann erfolgreich gebleacht werden, wenn sie sauber und kariesfrei sind. Deshalb wird empfohlen vor einem solchen Prozess die Zähne professionell beim Zahnarzt reinigen zu lassen. Grundsätzlich kannst Du davon ausgehen, dass die nachfolgenden Produkte die höchste Verfärbungsgefahr haben: Tabak, Schwarztee, Kaffee und Rotwein. Kunststofffüllungen, Einlagefüllungen oder Keramikkronen verändern ihre Farbe beim Bleachen nicht, weil das Bleachinggel nur auf den natürlichen Zahn wirkt. Auch bei Zahnverfärbungen, die durch das Antibiotikum Tetrazyklin entstanden sind, sind die Erfolgsaussichten nur minimal. 

Das heißt, dass nach dem Bleachen möglicherweise einige Füllungen erneuert werden müssen, um den neuen aufgehellten Gesamteindruck zu erhalten. Untersuchungen haben gezeigt, dass die besten Erfolge bei gelben Zähnen erzielt werden und auch braune Zähne ganz gut ansprechen. Graue Zähne hingegen reagieren weniger gut. Und nicht jede Methode erzielt bei allen Menschen die gleichen Erfolge. Jeder Zahn hat eine eigene maximale Aufhellungskapazität, darüber hinaus geht dann nichts mehr.

Wann solltest Du auf ein Bleachen Deiner Zähne verzichten?

  • Wenn Du schwanger bist – als Vorsichtsmaßnahme
  • Wenn Du Zahnfleischentzündung hast – das sollte zuerst behandelt werden
  • Wenn Deine Zähne sehr empfindlich sind – sie könnten noch empfindlicher werden
  • Wenn Du viele Füllungen vor allem im Frontzahnbereich hast – diese müssten sehr wahrscheinlich erneuert werden, um farblich passend zu erscheinen. Hier wären dann eventuell sogenannte Veneers eine Alternative.

 
Welche Bleaching-Verfahren gibt es?

1. Zahnaufhellungs-Kaugummis:
Das ist eine preiswerte Möglichkeit die Zähne aufzuhellen, wenn Du sowieso schon Kaugummi kaust. Es dauert sehr wahrscheinlich einige Wochen bis ein Erfolg sichtbar wir. Bei dieser Möglichkeit des Zahnaufhellens sollte man immer darauf achten, welche Inhaltsstoffe im Kaugummi drinstecken, wie zum Beispiel Geschmacksstoffe, Weichmacher, Süßstoffe, Füllstoffe, künstliche Farbstoffe, Stabilisatoren und Ähnliches die ja nicht gerade der Gesunderhaltung dienen. Außerdem gibt Kauen, egal was Du kaust, Deinem Verdauungstrakt das Signal „Achtung Nahrung“. Daraufhin werden Verdauungsenzyme produziert, die dann keine Arbeit vorfinden und so die Darmwände angreifen können. Solltest Du noch Amalgamfüllungen haben, rate ich dringend vom Kaugummi kauen ab, weil das Kauen dazu beiträgt, dass sich noch mehr Quecksilber aus den Amalgamfüllungen herauslöst und dich vergiftet.

Zahnaufhellungs-Zahnpasta:
Auch bei kommerzieller Zahnaufhellungs-Zahnpasta bedarf es, wie beim Kaugummikauen, keiner großen Veränderung Deiner Gewohnheiten außer dem Verwenden einer anderen Zahnpasta und die Kosten halten sich mit um die 10 Euro in überschaubaren Grenzen. Oftmals werden hier die abriebverursachenden Inhaltsstoffe kritisiert, da diese den Zahnschmelz abtragen und auch die Zähne empfindlicher machen können. Also auch hier gilt es, auf die Inhaltsstoffe achten.

Zahnaufhellungs-Kits für Zuhause:
Dies ist eine schon etwas teurere jedoch sehr beliebte Variante seine Zähne im Do-it-Yourself-Verfahren aufzuhellen und kostet bis zu um die 100 Euro. Hier kann man mit Verbesserungen von bis zu 6 Farbgraden rechnen. Wiederum gilt es auf die Inhaltsstoffe zu achten. Wird anstelle von Wasserstoffperoxid Phosphorsäure verwendet, dann muss unbedingt auf die Sachgenmäße Handhabung geachtet werden, da es ansonsten zu Schäden führen kann. Außerdem muss man darauf achten, wie gut die mitgelieferten standardisierten Bleaching-Schienen passen, denn dies trägt maßgeblich zum Erfolg bei. Zuhause füllt man dann das Gel in die mitgelieferten Schienen und trägt diese an mehrere Nächte lang bis das gewünschte Ergebnis erzielt ist. Dies kann bis zu zwei Wochen dauern. Diese Home-Bleaching-Kits können auch beim Zahnarzt erworben werden und stellen dann eine wesentlich sicherere Alternative zu übers Internet erworbenen Kits dar. Außerdem bekommst Du vom Zahnarzt individuell angepasste Schienen für die Gelanwendung.

Zahnaufhellung beim Zahnarzt:
Zahnaufhellung im Zahnarztstuhl wird als die Methode angesehen, die die besten, schnellsten und am längsten anhaltenden Resultate erzielt, den höchsten Sicherheitsstandard in Punkto richtiges Ausführen bietet und leider auch die teuerste Variante darstellt. Kosten von mindestens 500 Euro sollte man hierbei einkalkulieren. Eine Zahnaufhellung um mindestens 6 bis zu 16 Farbtönen kann dabei erzielt werden. Je nach Verfahren dauert die gesamte Behandlung zwischen wenigen Minuten, 1-1,5 Stunden und drei Wochen. Es gibt unterschiedliche Bleaching-Verfahren, die dem Zahnarzt zur Verfügung stehen. Am beliebtesten sind seit einer Weile die Bleaching-Verfahren, die mit Laser arbeiten. Hier wird der Laser verwendet um das Gel, meistens Wasserstoffperoxid, zu belichten und damit den Aufhellungsprozess zu beschleunigen.

Zwei dieser Laser-Verfahren möchte ich Dir hier vorstellen.

ENLIGHTEN

Vorteile laut Hersteller:

  • Garantierte Aufhellung um bis zu 16 Farbtöne
  • Auffrischen der Aufhellung zuhause über Nacht
  • Aufhellung hält bis zu fünf Jahre
  • Du siehst den Unterschied innerhalb weniger Tage
  • Du kannst den Aufhellungsgrad bestimmen

Nachteile

  • Dauert bis zu drei Wochen
  • Es kann zu Zahnempfindlichkeit kommen
  • Kein Rotwein, Kaffee oder Tomaten während der Behandlung

 

ZOOM

Vorteile laut Hersteller:

  • Nur eine Behandlung von zirka 1,5 Stunden notwendig
  • Aufhellung um bis zu sechs Farbtöne

Nachteile:

  • Geringe Empfindlichkeit der Zähne
  • Zähne bleiben nur für ungefähr ein Jahr aufgehellt


Zahnaufhellung von toten und wurzelbehandelten Zähnen:
Tote oder wurzelbehandelte Zähne verfärben oftmals und sehen stechen dann beim Lachen heraus. Grundsätzlich halte ich tote oder wurzelbehandelte Zähne für problematisch, da sie gesundheitliche Risiken bergen, die schon in früheren Podcasts diskutiert wurden. Wer sich dennoch für den Erhalt und die Aufhellung solcher Zähne entscheidet, der kann von seinem Zahnarzt eine entsprechende Aufhellungsbehandlung bekommen. Dabei muss das Aufhellungsmaterial in den Zahn eingebracht werden und verbleibt dort für einige Tage bis der gewünschte Aufhellungs-Erfolg erzielt wurde. Diese Behandlung muss in unterschiedlichen Abständen wiederholt werden, da die Zähne sich meistens weiter dunkel verfärben.

Zahnaufhellung durch Microabrasion:
Wenn die Zähne so verfärbt sind, dass ein Bleaching nicht den erhofften Erfolg bringen kann, dann besteht die Möglichkeit die Verfärbung aus dem Zahnschmelz durch Mikroabrasion, eine Art abtragende Politur zu entfernen. Dabei wird eine Flüssigkeit mit ca. 15%iger Phosphor- oder Zitronensäure auf die verfärbte Stelle aufgetragen und dann eine abrasive Politur durchgeführt.

Zähne aufhellen mit Ölziehen:
Vor einigen Jahren habe ich mit dieser Methode erfolgreich meine eigenen Zähne aufgehellt. Zwar hat es wesentlich länger gedauert als jede der hier bisher beschriebenen Möglichkeiten, nämlich drei Monate, dafür war es garantiert unschädlich. Im Grunde habe ich es eines Tages nur als Nebeneffekt meines morgendlichen Rituals entdeckt und war natürlich begeistert. Es geht ganz einfach. Einen Teelöffel Öl in den Mund nehmen und diesen für 20 Minuten kräftig durch die Zähne ziehen. Danach das Öl in den Müll spucken, den Mundgründlichen ausspülen sowie Zähne, Zunge und Wangen gründlich reinigen. Ganze Bücher wurden schon über die positiven Effekte des Ölziehens geschrieben. Einen davon habe ich hier beschrieben und auch selbst bei mir beobachtet. Am besten geeignet dafür ist kaltgepresstes Kokusnussöl.

Zahnpasta selbst herstellen
Du kannst Dir auch Deine eigene Zahnaufhellungspaste herstellen. Wie das genau geht habe ich in EPISODE 030 „Zahnpasta – Gift aus der Tube“ beschrieben. Egal für welche Methode du Dich entscheidest , erkundige Dich zu allererst genau über den realistisch zu erwartenden Erfolg, die voraussichtliche Dauer der Behandlung, das Anhalten der Aufhellung und natürlich den möglichen Nebenwirkungen und Risiken.

So, das war´s für auch schon wieder für heute. Dann bis zur nächsten Woche.

Ich bin Dr Elmar Jung mit dem Podcast für deine beste Gesundheit.


 

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