Meine Erfahungen mit Implantat oder Brücke




Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von ElmarsToothTalk.

Heute berichte ich von meinen Erfahrungen mit Patienten, die zu uns in die Praxis kommen nachdem sie anderswo mit Implantaten versorgt worden waren und Du erfährst welchen gravierenden Einfluss Implantate auf die Gesundheit haben können. 

Es herrscht ja seit einer ganzen Weile ein regelrechter Implantat-Hype. Immer mehr Patienten möchten Implantate und immer mehr Zahnärzte bieten Implantate an. Der heutige Podcast möchte darauf hinweisen, dass vor der Entscheidung für ein Implantat gründliches Hinterfragen und Nachdenken Sinn macht und damit mögliche unliebsame Konsequenzen vermeiden hilft, bevor dem eigenen Körper ein fremdes Material einverleibt wird.

Nur relativ wenige Zahnärzte hört man das Thema Implantate kritisch zu hinterfragen, vor allem hinsichtlich der möglichen mittel- und langfristigen allgemeingesundheitlichen Auswirkungen.

Ein paar Vorbemerkungen:
Vorausgeschickt sei hier, dass in unsere Praxisklinik vor allem chronisch und schwer kranke Menschen finden, die oft schon einen langen gesundheitlichen Leidensweg hinter sich haben und denen mit herkömmlichen, also schulmedizinischen und / oder schulzahnmedizinischen aber auch anderen sogenannten „ganzheitlichen“ Behandlungen nur unzulänglich geholfen werden konnte. Diese Spezialisierung unserer Praxis macht klar, dass unser Klientel völlig anders aussieht, als das der meisten herkömmlichen Zahnarztpraxen und wir deshalb wohl auch hinsichtlich der Erfolge von Implantaten ganz andere Erfahrungen machen, als der „normale“ implantologisch tätige Zahnarzt. Bevor ich auf die meine Erfahrungen zu sprechen komme noch ein paar Sätze zum Thema „zahnärztliche Implantate“ im Allgemeinen.

Kann es sein, dass dieser Implantat-Hype, wie er seit ein paar Jahren im Gange ist, wie ein Pendel zurückschwingt und viele Leidtragende hinterlassen wird?
Natürlich fällt auch nach einer Versorgung mit Implantaten kein Patient gleich nach der Behandlung tot um oder erkrankt am nächsten Tag, jedoch kann sich die gesundheitliche Entwicklung nach einem solchen Eingriff ähnlich wie bei der Problematik mit Amalgam oder Wurzelbehandlungen darstellen.

Wie meist ist der Körper in der Lage Belastungen zu kompensieren und für eine ganze Weile auszuhalten. Und wie ich schon in früheren Podcasts gesagt habe, kommt es immer auf den einzelnen Patienten, sein Abwehrsystem, seine genetische Veranlagung, seinen Lifestyle an, wie dieser mit einer Belastung umgehen kann oder umgehen wird.

So gibt es, wie wir wissen, zum Beispiel Raucher, wie der 2015 im Alter von 96 Jahren verstorbene Altbundeskanzler Helmut Schmidt, die über Jahrzehnte eine Zigarette nach der anderen verdampfen und munter über 90 Jahre alt werden, während andere für ein paar Jahre lang rauchen, für viele Jahre aufhören, um dann in noch relativ jungen Jahren an Lungenkrebs zu sterben, wie ich es bei meinem Vater mit 49 Jahren erleben musste.

Zurück zu den Implantaten:
Auch hier gibt es viele gesunde, robuste und gut veranlagte Menschen, die ihr sorgfältig geplantes und behutsam gesetztes Implantat mit guter Pflege für viele Jahre und Jahrzehnte im wahrsten Sinne ertragen und die nie ein Problem damit bekommen. Meine Gedanken gelten den Anderen. Denen deren Immunsystem schon vorgeschädigt ist oder die einfach von Geburt nicht so robust veranlagt sind, deren Fass der Kompensation schon nahe dem Überlaufen ist noch bevor ein weiterer Stressfaktor, das Fass zum Überlaufen bringt. Und es gibt Patienten, die scheinbar völlig gesund sind und einige Zeit nach der Implantation als Folge davon erkranken. Oder der Patient, der zwei Implantate problemlos verträgt aber nach der Implantation des dritten Implantats plötzlich krank wird. Warum weiß ich, dass die Patienten aufgrund der Implantate erkrankt sind? Weil sie nach Entfernung des oder der Implantate wieder gesund wurden.

Wie sehen meine Erfahrungen über die letzten ca. 10 Jahre aus?
Am besten lässt sich das wohl an einem Beispiel verdeutlichen. Das hier genannte Beispiel ist nur eines von sehr vielen, wie wir sie in unserer Praxis sehen und fast jede Woche kommen ein paar mehr hinzu. Genauso wie die Zahl der Implantat-Träger steigt so scheint es, steigt auch die Anzahl derer, die damit Probleme bekommen werden. Rein mathematisch natürlich auch völlig logisch.

Eine Patientengeschichte:
Die bis dahin gesunde Patientin hatte über die letzten drei Jahren verteilt insgesamt neun Implantate zum Ersatz von verloren gegangenen Zähnen gesetzt bekommen, da sie unter keinen Umständen eine Zahnprothese tragen wollte. Mit ihrer Gesundheit ging es in kleinen Schritten aber stetig bergab. Es wurde so schlimm, dass sie tatsächlich dachte, wenn das so weitergeht, bin ich nächstes Jahr tot. Sie litt an einer Unmenge schwerwiegender Symptome, die von Allergien über Auto-Immun-Schwäche bis hin zu Leber- und Nieren-Funktionsstörungen reichten. Trotz ausführlichster und sehr teuren Untersuchungen konnte für keines ihrer Symptome eine Ursache diagnostiziert werden.

Wir testeten die Implantate mit dem Komstar-Test, auch OroTox oder TOPAS genannt, auf Bakteriengifte. Alle neun Implantate zeigten extrem hohe Toxinwerte. Von den Röntgenbildern her sahen alle Implantate gut eingeheilt aus und kein krankhafter Befund war zu erkennen. Vor Behandlungsbeginn wurde die Patientin für 14 Tage mit hochdosierten Nährstoffen versorgt. Unsere Behandlung bestand im Entfernen aller neun Implantate und der Gabe von hochdosierten Vitamin C Infusionen über vier Tage sowie weiterer Nährstoffergänzung für die nächsten Monate.

Der Knochen, der die angeblich gesunden Implantate umgab wurde zur Untersuchung in ein Speziallabor in die USA geschickt und kam mit dem für uns wenig überraschenden Ergebnis zurück, dass alle Knochenanteile hochtoxische Bakteriengifte enthielten. Die Laborergebnisse zeigten auch, dass durch diese Vergiftung fünf der wichtigsten Enzymsysteme ihres Körpers zu annähernd 90% blockiert waren. Kein Wunder also, dass sie das Gefühl hatte zu sterben.

Nachdem die Implantate herausgenommen und die Infektion aus dem Knochen entfernt, ausgeschabt, wurde, war ihre Genesung schnell und beindruckend. Innerhalb von nur drei Monaten konnte sie wieder in ihrem geliebten Chor mitsingen und nach neun Monaten hatte sie ihre alte robuste Form wiedererreicht. Auch die Nachuntersuchung mit dem Cavitat-Scan, das ist einer Art Ultraschall Untersuchungsmethode des Kieferknochens ergab vollständige Heilung des vorher entzündeten und vergifteten Knochens.

Ihre Abneigung gegen die Zahnprothese hat sie nach dieser Erfahrung schnell aufgegeben und sie liebt mittlerweile ihre “Dritten“ über alles.

Was kannst Du an diesem Beispiel erkennen?
Weder der behandelnde Zahnarzt noch die von ihr aufgesuchten Ärzte und Spezialisten brachten die Symptome der Patientin mit ihrer zahnärztlichen Versorgung in Verbindung. Allen mangelte es an Wissen, Erfahrung und der Kenntnis der notwendigen Untersuchungsverfahren. Auch zeigt sich, dass die „normalen“ Untersuchungsmethoden, wie Röntgenbilder vielfach nicht ausreichend sind, um die Ursachen aufzuspüren. In diesem Beispiel war es der Instinkt, das Bauchgefühl, der Patientin, dass Etwas nicht in Ordnung ist mit den Implantaten. Dieses Bauchgefühl brachte sie dazu auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen und letztendlich unsere Praxis aufzusuchen. Das wiederum lässt die Folgerung zu, dass wir auf unser Bauchgefühl auf unsere Intuition hören sollen, wenn uns Etwas seltsam vorkommt.

Implantate haben eine Erfolgsrate von 90-95% - haben sie das wirklich?

Bei Implantaten wird ja oftmals von einer sehr hohen Erfolgsrate von zwischen 90-95% berichtet.

  • Wie genau diese Erfolgsrate definiert wird bleibt dabei oft im Unklaren.
  • Ist es die Überlebenszeit des Implantats über einen Zeitraum von zum Beispiel fünf Jahren?
  • Ist es die vollständige Einheilung des Implantats innerhalb eines bestimmten Zeitraumes, die sogenannte Osseointegration?
  • Ist es die vollständige Entzündungsfreiheit im Knochen nach einer gewissen Zeit?
  • Ist es die Infektionsfreiheit um das Implantat herum?


Egal welcher Definition man folgt, sollte nicht auch erfüllt sein, dass der Patient seine Gesundheit trotz der Implantate auf Dauer behält?

Folgt man den Forschungen und Aussagen eines auf Implantate spezialisierten holländischen wissenschaftlichen Untersuchungsteam dann kann von einem Erfolg schon bei einer Osseointegration, also der Einheilung des Implantats in den Knochen von nur 60% gesprochen werden. Das heißt, wenn nur 60% des Implantats im Knochen eingeheilt ist, ist dies als Erfolg anzusehen. In den seltensten der von den Forschern untersuchten Implantaten liegt der Prozentsatz höher. Im Durchschnitt liegt die Osseointegration bei zirka 40%.

Schon Ledermann, einer der Pioniere in der Implantologie, hat in den Anfängen beschrieben, dass es beim Einschrauben von Titanimplantaten zum Abscheren von Titanpartikeln in die umliegenden Knochenbereiche kommt. Eine bekannte ganzheitsmedizinische Schweizer Klinik hat sich nach Auskunft des Chefarztes nach nur kurzer Zeit der Zirkon-Implantat-Euphorie sehr schnell wieder von diesem Hype verabschiedet und zieht die Grenzen für die Empfehlung von Implantaten für ihre Patienten mittlerweile noch viel enger und strenger als vor der Zusammenarbeit mit einem renommierten Implantologen.

SCHLUSSFOLGERUNG:
Als Schlussfolgerung aus unseren Erfahrungen in der Praxis können wir Folgendes festhalten:

  1. Implantate bieten eine Alternative zu herkömmlichem Zahnersatz.
  2. Implantate aus Titan sollten vermieden werden
  3. Implantate aus Zirkon oder PEEK haben ihren Einsatzbereich in der Zahnheilkunde
  4. Implantate sollten vor dem Einbringen mit entsprechenden Untersuchungen und Verträglichkeitstests auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit hin getestet werden

Ein positiver Verträglichkeitstest heute besagt NICHTS über die Verträglichkeit morgen

  1. Der angehende Implantat-Träger sollte ebenfalls genau untersucht werden, ob er momentan in der Lage ist, einen Fremdkörper zu kompensieren.
  2. Implantate sollten beim Auftreten von Krankheitssymptomen, vor allem solchen, die scheinbar unerklärbar sind, auf ihre Mitverantwortung hin untersucht werden.


Und wieder sind wir am Ende eines Podcasts angelangt.

Wie du jetzt gehört hast ist das Thema „zahnärztliche Implantate“ nicht nur umfangreich, sondern auch nicht ganz unumstritten. Wichtig ist, wenn Implantate für Dich ein Thema sind oder werden sollten, Dich ausführlich zu informieren, beraten und testen lassen und dann auch deinem Bauchgefühl eine Meinung zuzugestehen.

Es gibt englische Facebook-Gruppen von Betroffenen und Zahnärzten, die sich über ihre Erfahrungen mit Implantaten, Wurzelbehandlungen und Knochenentzündungen austauschen. Den Link dazu findest Du im Transkript zu diesem Podcast auf meiner Webseite www.drelmarjung.com

Für die nächste Woche habe ich einen jungen ganzheitlich tätigen Zahnarzt zum Interview, der sich mit einem speziellen Zirkonoxid-Implantat-System und neuartiger Implantations-Technik der angesprochenen Problematik angenommen hat. Das wird sicher eine sehr spannende Unterhaltung

Dann bis zum nächsten Mal.

Ich bin Dr. Elmar Jung mit dem Podcast für deine beste Gesundheit.

 


 

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