Die brennende Zunge




Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von ElmarsToothTalk. Heute unterhalten wir uns über ein Thema, das buchstäblich auf der Zunge liegt. Das Zungenbrennen.

Die Gute Nachricht zuerst. In den wenigsten Fällen hat Zungen- oder auch Mundbrennen eine lebensbedrohliche Ursache als Grundlage. Das mag zwar sehr tröstlich klingen, lindert aber keineswegs den oftmals hohen Leidensdruck der damit geplagten Menschen.

Was versteht man unter Zungenbrennen?
Beim Zungenbrennen handelt es sich um eine oft sehr unangenehme, schmerzhafte, brennende und häufig psychisch belastende Empfindungsstörung der Zunge. Zungenbrennen kann dabei allein oder zusammen mit einem Brennen der Mundschleimhaut, dem Mundbrennen, auftreten. Auch Lippen oder Gaumen können betroffen sein. Häufig kommen zu dem Brennen auch andere Empfindungsstörungen, wie etwa Kribbeln, Jucken, Stechen oder Wund sein hinzu. Oft sind auch Geschmacksstörungen oder Mundtrockenheit vorhanden.

Am meisten sind die Zungenspitze und die seitlichen Anteile der Zunge betroffen. Auch kann das Zungenbrennen am Morgen schwach beginnen und über den Tag an Intensität zunehmen bis es am Abend unerträglich wird. Mund-  oder Zungenbrennen ist für den Betroffenen  nicht nur unangenehm sondern meist auch schmerzhaft und belastend. Dabei können Zunge und Schleimhaut ganz unauffällig aussehen, was eine Diagnose häufig sehr schwierig macht.

Die erste Anlaufstelle beim Zungenbrennen ist der Zahnarzt:
Die große Herausforderung des Zungenbrennens besteht für den Zahnarzt und auch den Arzt darin, dass bei einem Drittel der Fälle keine Ursache zu finden ist. Circa 8% der Bevölkerung sind von Zungenbrennen betroffen. Das Problem ist außerdem, dass sich der Schmerz an einer der empfindlichsten Stellen des menschlichen Körpers manifestiert, was dem Betroffenen nicht selten die Freude am Leben nimmt Durch das dauernde Brennen werden sowohl Nahrungsaufnahme wie auch Sprechen und Sozialkontakte mühsam.

Mögliche Ursachen:
Grundsätzlich kann man zwei Arten von möglichen Ursachen unterscheiden. Erstens direkt von oder an der Zunge oder Mundhöhle ausgehende Ursachen und zweitens von anderen Stellen im Körper ausgehende Gründe.

Ursachen, die in der Mundhöhle begründet sind.  In der Mundhöhle sind vor allem folgende Ursachen zu finden:

  • Allergien

  • Lokale Reize

  • Zahnersatz

  • Zungenbrennen nach einem chirurgischen Eingriff

  • Zungenpressen

  • Veränderungen der Mundflora


Allergien:
Allergische Reaktionen oder Unverträglichkeiten können durch Zahnpasta oder Mundspülungen auftreten, ebenfalls durch zahnärztliche Materialien vor allem Metalle wie Quecksilber im Amalgam, Nickel in Piercings und in kieferorthopädischen Drähten, Chrom oder in selten Fällen auch auf Gold. Auch an die Unverträglichkeit von heutzutage sehr oft verwendeten zahnärztlichen Kunststoffen, den Composites, ist zu denken. Ein Lymphozyten.Transformations-Test, das ist ein Bluttest, kann hier Aufschluss über mögliche Materialunverträglichkeiten geben.

Lokale Reize:
Lokale Reize wie scharfe Zahnkanten, Karies, Zahnstein, überstehende Füllungsränder, abstehende Kronenränder, kieferorthopädische Apparaturen und bestimmte Mundschleimhautentzündungen können Zungenbrennen auslösen. Galvanische Ströme, die durch unterschiedliche Metalle im Mund entstehen können Zungenbrennen auslösen. Ich habe schon mehrfach Patienten behandelt, deren Zungenbrennen nach Entfernung aller Metalle völlig verschwand und auch nicht mehr auftauchte. Auch der übermäßige Genuss und direkte Kontakt der Mundschleimhaut mit scharfen und / oder heißen Speisen, mit Alkohol, Tabak, Pfefferminztee und Süßigkeiten kann Zungenbrennen auslösen.

Zahnersatz:
Wenn der Zahnersatz, also Brücken oder Prothesen, nicht richtig angepasst ist kann dies ebenfalls ein Auslöser für Zungenbrennen sein. Wenn zum Beispiel die Prothese wackelt oder die Brücke nicht richtig gereinigt werden kann, kann dies die Mundschleimhaut in einem Maße reizen, dass sie brennt.

Die große Herausforderung beim Auffinden der Ursachen ist der zeitliche Faktor. Denn nur selten erscheint das Zungenbrennen direkt nach Eingliederung des neuen Zahnersatzes. Die Symptome tauchen oftmals erst wesentlich später auf und werden dann nicht mit dem vor einiger Zeit eingegliederten Zahnersatz in Zusammenhang gebracht. Auch eine falsche Bisshöhe kann Veränderungen an der Mundschleimhaut und Zungenbrennen auslösen.

Nach einem chirurgischen Eingriff:
Tritt Zungenbrennen nach einem chirurgischen Eingriff im Mund auf, kann die Ursache in einer Schädigung des im Operationsgebiet angesiedelten Nervs beruhen.

Zungenpressen:
Auch Zungenpressen kann für Zungenbrennen verantwortlich sein.

Veränderungen in der Mundflora durch Bakterien.

Wenn das biologische Gleichgewicht im Mund gestört ist kommt es zu einem bakteriellen Ungleichgewicht. Dies kann dann nicht nur Auswirkungen auf die Zahngesundheit haben, sondern auch ursächlich für Mund- und Zungenbrennen sein. Gestört werden kann dieses Gleichgewicht zum Beispiel durch den Gebrauch von Zahnpasta, deren oftmals bedenklichen Inhaltsstoffe, vor allem die synthetischen Tenside, hier als Auslöser fungieren können. Gleiches gilt auch für Mundspüllösungen, die oftmals eine viel zu aggressive Wirkung haben.

Auch können Bestandteile von kosmetischen Produkten, wie zum Beispiel Lippenstift, über die Lippenschleimhaut in den Mundraum bzw. auf die Zunge gelangen.

Durch Pilzbesiedlung:
Pilzerkrankungen sind eine andere mögliche Ursache für das Zungenbrennen. Entweder direkt in der Mundhöhle angesiedelt oder aus dem Darmbereich so zu sagen in den Mundraum aufsteigend. Pilze können sich auch im Kunststoff von Zahnprothesen einnisten. Beim Verdacht auf Pilzerkrankungen zeigt ein Abstrich der Mundschleimhaut, ob und welche Pilze vorliegen.

Bei Veränderungen der Mundflora sind Bakterien und Pilze nicht die Ursache, sondern immer Folge einer zugrundeliegenden Erkrankung, die es den Bakterien und Pilzen erst ermöglicht überhand zu nehmen. Vor allem, ist dabei ist an ein geschwächtes Immunsystem zu denken.

Ursachen, die von anderen Stellen im Körper ausgehen

Hier kommen in Frage:

  • Vitamin- oder Mineralstoff-Mangel

  • Wechseljahre

  • Nebenwirkungen von Medikamenten

  • Chronische Erkrankungen

  • Der Darm als Ursache

  • Neurologische Erkrankungen

  • Psychische Faktoren


Vitamin- oder Mineralstoff-Mangel:
Ein Vitamin- oder Mineralstoff-Mangel zählt seit vielen Jahrzehnten zu den bekanntesten Ursachen des Zungenbrennens. Der Mangel bezieht sich dabei vor allem auf Vitamin B12, sowie auf Folsäure oder Eisen. Ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel kann durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden. Oftmals hängt ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel mit einem gestörten Darm zusammen, wobei die Vitamine und Mineralstoffe nicht richtig aufgenommen werden können.

Wechseljahre:
Frauen über 45 sind überdurchschnittlich oft vom Zungen- oder Mund-Brennen betroffen. Wenn die Wechseljahre kommen sinkt der Östrogenspiegel und lässt die Haut vermehrt austrocknen, auch die Mundschleimhaut. Als Folge kann es zu Veränderung der Mundflora kommen und ein Brennen verursacht werden.

Nebenwirkungen von Medikamenten:
Medikamente wie zum Beispiel Blutdrucksenker, Antidepressiva oder Antibiotika können als Nebenwirkung Zungenbrennen verursachen. Auch hier ist der Nachweis oftmals schwierig, da die Nebenwirkungen selten sofort auftreten.

Chronische Erkrankungen:
Bei manchen chronischen Erkrankungen kann Zungenbrennen auftreten. Hier ist zu aller erst an Diabetes zu denken. Auch bei Herzinsuffizienz, Gicht, Colitis Ulcerosa, Sjögren-Syndrom oder beim Morbus Hodgkin kann es zu Zungenbrennen kommen. Multiple Sklerose oder Sklerodermie können ebenfalls Zungenbrennen verursachen.

Der Darm als Ursache:
Wenn es im Darm zu Ungleichgewichten der Bakterienbesiedlung kommt, kann sich das durch Mund- oder Zungenbrennen bemerkbar machen.

Neurologische Erkrankungen:
Auch Erkrankungen des zentralen Nervensystems können Mund- und Zungenbrennen hervorrufen.

Psychische Faktoren:
Psychische Störungen stellen die weitaus häufigste Ursache für Mund- und Zungenbrennen dar. Allerdings kann auch der anhaltend hohe Leidensdruck durch das Mund- und Zungenbrennen zu psychischen Belastungen führen. Depressionen können körperliche Beschwerden, wie das Zungenbrennen, so weit in den Vordergrund schieben, dass die zugrunde liegenden psychischen Probleme schwer zu erkennen sind.

Die Betroffenen berichten neben den Beschwerden im Mund oft über weitere Symptome wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsschwächen, Lustlosigkeit, Appetitmangel und Angst, zum Beispiel vor dem Versagen oder vor drohenden schweren Krankheiten.

Selbst in Zeiten von großem Stress zum Beispiel durch Belastungen am Arbeitsplatz oder in der Familie können Zungen- und Mundbrennen auftreten. Die Beschwerden klingen dann meist wieder ab, wenn der Stress reduziert wird.

Welche Möglichkeiten der Linderung und Heilung gibt es?
Durch die Vielzahl der möglichen Ursachen wird schon deutlich, dass das Auffinden einer geeigneten Therapie oftmals nicht einfach ist. Zuerst gilt es lokale Ursachen wie Allergien, lokale Reize, Zahnersatz, und Zungenpressen auszuschließen. Bei Veränderungen der Mundflora durch Fehlbesiedlungen durch Bakterien und Pilze muss das verursachende Agens, also zum Beispiel Zahnpasta oder Mundspüllösung gewechselt werden Den Mund mit grünem Tee oder Kamillen-, Salbei- oder Pfefferminztee spülen unterstützt den Heilungsprozess. Als weitere Maßnahmen kommen eine entsprechend ausgewählte Ernährung und eine Darmsanierung in Betracht. Unterstützend wirken hierbei Bärlauch, Zwiebel, Knoblauch und auch frische Küchenkräuter. Bei Vitamin- oder Mineralstoffmangel werden diese unterstützend verabreicht.

Wenn die Wechseljahre als Verursacher vermutet werden sollte der Frauenarzt und oder ein auf Hormone spezialisierter Arzt, ein sogenannter Endokrinologe aufgesucht werden. Beim Verdacht auf Medikamentennebenwirkungen sollte ein Alternativpräparat ausgewählt werden. Ergibt die Ursachenforschung ein allgemeines Krankheitsbild, wie zum Beispiel Diabetes, Blutarmut oder eine psychische oder psychosomatische Belastung, so muss dieses zuerst behandelt werden.

Auch Homöopathie kann helfen:
Gemäß der homöopathischen Lehre heilt „Ähnliches Ähnliches“. Der homöopathisch versierte Therapeut sucht dabei die Mittel heraus, die Zungenbrennen verursachen und gleicht diese mit den weiteren Symptomen des Patienten ab und findet so das passende Mittel.

Zum Abschluss:
Unsere heutige Lebensweise mit Eiweißüberernährung, Bewegungsmangel, Übersäuerung und vielen anderen Belastungen führt unter anderem auch zu einer Verdickung des Blutes und damit zur Verlangsamung des Blutstromes.

Fließt das Blut zu langsam, dann fließt auch meist die Lymphe zu langsam. Da die Lymphe einen großen Teil der Abfallstoffe mit sich führt, verursacht ein verlangsamter Lymphstrom auch einen Stau der Abfallbeseitigung. Das heißt die körpereigene Müllabfuhr arbeitet zu langsam, sodass auf Dauer Müll liegen bleibt, der dann unter anderem die Ursache weiterer Störungen wie Zungen- oder Mundbrennen sein kann.

Das Ziel ist die Anregung des Lymphsystems und des Lymphstromes. Dies kann zum Beispiel durch körperliche Arbeit, Sport, wie Schwimmen, Rudern, Laufen oder Radfahren oder auch Sauna. Auch abwechselndes Kalt- und Heißduschen oder hüpfen auf dem Trampolin regen den Lymphstrom an.

Wieder einmal sind wir am Ende des Podcasts angelangt. Ich hoffe, es war wieder etwas Interessantes für dich dabei und Du freust Dich schon auf nächste Woche.

Alles Gute und bis zum nächsten Mal.

Ich bin Dr. Elmar Jung mit dem Podcast für deine beste Gesundheit.


 

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