Was hilft gegen Schnarchen?




Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von ElmarsToothTalk.

Wir hatten uns ja letzte Woche über richtiges atmen unterhalten:
Heute sprechen wir uns über ein immer aktuelles Thema, das meist jedoch nur ungern angesprochen wird: das Schnarchen.

Auch Prominente tun es:
Wer eine Schwäche für Tom Cruise hat, der kann sie gleich hier begraben. Er schnarcht nicht nur sehr laut, er hat sich sogar ein schalldichtes „Schnarchatorium“ einrichten lassen. Auch von Lionel Messi und Prince Harry wird berichtet, dass sie zu den Schnarchern gehören.

Was sagt die Statistik:
Je nachdem welcher Statistik man glaubt sind allein in Deutschland bis zu acht Millionen Menschen vom Schnarchen betroffen. Auch junge Menschen leiden darunter. So schnarchen etwa 30% der unter 30-jährigen Männer und im Alter von 60 Jahren schnarchen zwischen 60 und 80%. Selbst vor Frauen macht das Schnarchen keinen Halt. Bei den Jüngeren sind es immerhin um die 10% während es im fortgeschrittenen Alter rund 40% sind.

Laut Untersuchungen nimmt die Zahl der Betroffenen ständig zu. Wenn der Lärmpegel nur etwa dem eines Kühlschranke entspricht, etwa 17 -26 Dezibel, dann kann der Bettnachbar seine wohl verdiente Nachtruhe meist noch genießen. Steigt der Lärmpegel aber auf 90 Dezibel, ist man dem Gefühl sehr nahe neben einem Presslufthammer zu liegen.

Atemprobleme beeinträchtigen Deinen Schlaf:
Schnarchen ist nicht nur ein soziales Problem, es ist ebenfalls ein Gesundheitsrisiko für den Schnarcher selbst Das Problem, das Schnarcher haben ist, dass wenn sie schlafen, sich ihr Körper ausruhen und erholen will. Dazu benötigt er genügend Sauerstoff. Aber durch das Schnarchen ist die Versorgung mit Sauerstoff vermindert und beeinträchtigt damit die Erholung.

Was passiert eigentlich beim Schnarchen?
Der obere Rachenteil stellt bei der Atmung eine anatomische Engstelle dar. Hier fließt der Atem mit erhöhter Geschwindigkeit, wodurch es zu Verwirbelungen der Atemluft kommt. Beim Schlafen ist das Muskel- und Weichgewebe erschlafft und kann deshalb durch diese Turbulenzen zum Schwingen gebracht werden, wodurch dann die lästigen Schnarchgeräusche entstehen.

Im Extremfall können dabei Atemstillstände von bis zu drei Minuten verursacht werden, die nur durch die alarmierenden Weckreaktionen des Körpers unterbrochen werden. Der Atemstillstand bedingt einen stark erhöhten Puls, der wiederum die verschiedenen Schlafphasen beeinträchtigt und damit die durch den Schlaf normalerweise erzielte Erholung des Körpers behindert.

Unruhiger Schlaf:
Oft wachen Schnarcher morgens dann unausgeschlafen auf, sind tagsüber müde und oftmals unkonzentriert. Dann ist es an der Zeit das Schnarchen ärztlich untersuchen zu lassen. Schnarchen an sich ist nicht gefährlich. In 90% der Fälle ist das Schnarchen zwar lästig aber ungefährlich.

Schlafapnoe:
Gefährlich wird es erst, wenn dabei die Atmung aussetzt. Medizinisch wird dann von einer Schlafapnoe gesprochen auch Schlaf-Atemlähmung oder Schlaf-Atemstillstand genannt. Bei der Schlafapnoe ist das Schnarchen wesentlich lauter und unregelmäßiger als beim harmlosen Schnarchen. Außerdem kommen Atmungspausen hinzu, also Zeiten in denen der Schnarcher gar nicht atmet Schlafapnoe ist, wenn die Atmung während des Schlafs für einige Zeit aussetzt. Der Schlafende wird dann kurz wach und holt Luft.

Eine Folge kann sein, dass sich der Betroffene tagsüber müde fühlt, Konzentrationsprobleme hat und in seiner Leistungsfähigkeit reduziert ist. Das kann ziemlich gefährlich sein und manchmal sogar tödlich. Dabei muss man nur an den Sekundenschlaf denken. der das Risiko für Verkehrsunfälle verdreifacht und auch die Häufigkeit von Arbeitsunfällen erhöht. Der Sauerstoffmangel der bei der Schlafapnoe entsteht führt zu erhöhtem Blutdruck und dieser wiederum kann das Risiko für Herzerkrankungen, Diabetes und auch für einen morgendlichen Schlaganfall erhöhen. Untersuchungen zufolge soll Schlafapnoe, wenn sie nicht behandelt wird, nach einigen Jahren sogar Schäden im Frontalhirn verursachen und damit Demenz hervorrufen. Besonders betroffen vom Schnarchen sind übergewichtige Menschen mit großem Halsumfang.

Behandlung des Schnarchens:
Bei normalem Schnarchen kann schon der Verzicht auf zu viel Alkohol vor dem Zubettgehen oder mehr Bewegung eine Verbesserung bringen Der Lip-Trainer, den ich schon in einem früheren Podcast bei ganzheitlicher Zahnheilkunde angesprochen habe, kann auch hier gute Erfolge erzielen. Der Lip Trainer stärkt die Lippenmuskulatur und erzielt dadurch nachweislich:

  • Eine Unterstütztung die Nasenatmung

  • Einen verstärkte Blutversorgung des Gehirns

  • Eine Aktivierung der Gesichtsmuskulatur

  • Eine Koordinierung von Zungen- und Rachenbewegung

  • Einen positiv Effekt auf das parasympathische Nervensystem

Bevor mehr invasive Behandlungen in Erwägung gezogen werden, wäre die Verwendung des Lip Trainers einen Versuch wert. Weitere Maßnahmen sind die Entfernung der Nasenpolypen oder eine Begradigung der Nasenscheidewand.

Was kann der Zahnarzt tun?
Wenn das Schnarchen dadurch entsteht, dass beim Schlafen der Unterkiefer entspannt nach hinten gleitet und als Folge dessen die Zunge in den Rachen zurückfällt, was sich bei den Betroffenen oft durch morgendendliche Mundtrockenheit und einen trockenen Rachen bemerkbar macht, kann eine sogenannte Schnarcher-Schiene Entlastung bringen. Diese Schiene hält den Unterkiefer über Nacht in einer vorgerückten Position. Auf diese Weise verhindert man, das Abrutschen der Zunge und die Atemwege bleiben frei.

Behandlung der Schlafapnoe:

  • Bei der Behandlung der Schlafapnoe kommt es auf den Schweregrad der Störung an. 

  • Bei einem leichtgradigen Schlafapnoe-Syndrom kann eine Schnarcher-Schiene helfen.

  • Bei schwerwiegender Störung wird vom Arzt der Besuch eines Schlaflabors empfohlen. Der Test in einem Schlaflabor kann weitere Auskunft über den Schweregrad der Schlafapnoe geben.

Viele Patienten mit Schlafapnoe verwenden nachts Atemtherapiegeräte, um ihre Beschwerden zu lindern. Diese sogenannten CPAP-Atemtherapiegeräten (CPAP = Continuous Positive Airway Pressure) führen den Betroffenen mittels einer Maske, die über die Nase gelegt und mit Kopfbändern fixiert wird, Luft mit einem leichten Überdruck von 5 bis 20 Millibar zu. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Atemwege zusammenfallen, und der Rachenraum bleibt offen für den Luftstrom. 

Zum Abschluss etwas zum Schmunzeln:
Vor kurzem las ich über ein Schlaf App. Wer dem nächtlichen Dauergeräusch mit Phantasie und einem Augenzwinkern begegnen möchte, kann sich diese „Sleep Art“ App gratis herunterladen. Die App wandelt Schlafgeräusche in Kunst um, indem sie auf der Matratze liegend Bewegungen und Geräusche aufzeichnet und diese in grafische Muster überträgt. Am nächsten Morgen kann man dann ein persönliches Kunstwerk betrachten und damit eventuell die oder den Liebsten besänftigen.

So, wir sind am Ende des Podcasts angelangt. Vielleicht gehörst Du ja selbst zu den Betroffenen und einer der Tipps ist hilfreich oder Du kannst einem Freund oder einer Bekannten damit helfen.

Ich freue mich schon Dich nächste Woche wieder zu begrüßen.

In diesem Sinne, mach´s gut und bis bald.

Ich bin Dr. Elmar Jung, mit dem Podcast für Deine beste Gesundheit

Wer mehr erfahren möchte, hier ein paar Literaturhinweise:

  • Galetke, W. (2014). Das „primäre Schnarchen“ – alles harmlos? Somnologie, 18, 75-79.

  • Steffen, A., Graefe, H., Wollenberg, B. (2008). Schnarchen – zwischen Ruhestörung und Warnsymptom. Focus Uni-Luebeck, 25 (1), 16-20.

  • Liptrainer


 

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