Die chronische Kieferentzündung

Eine verborgene Gefahr für die Gesundheit?





Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge.

Heute setzen wir die Diskussion vom letzten Podcast fort, als wir über Störfelder gesprochen haben.

Wir besprechen heute ein Phänomen, das in der Zahnmedizin bisher relativ unbekannt ist. Die chronische Kieferentzündung, auch Kieferostitis genannt. Gleich vorweg sei gesagt, dass die Bezeichnung Störfeld, auch Herdgeschehen genannt, unter Zahnärzten und Medizinern sehr umstritten ist und mehrheitlich als nicht existent, als regelrechter Irrglaube abgetan wird. Viele wissen nicht einmal von der Existenz von Störfeldern. Dass ein Störfeld sehr wohl existiert und einen bedeutenden Einfluss auf Deine Gesundheit haben kann das wirst Du im Folgenden anhand der chronischen Kieferentzündung erfahren.

Was versteht man unter einem Kiefer-Störfeld?
Ein Kiefer-Störfeld wird nach Dr. Johann Lechner, einem der profiliertesten ganzheitlichen Zahnärzte Deutschlands, als ein eingekapselter Kieferknochenbereich mit konzentrierten Giften und totem entzündeten Gewebe beschrieben. Dadurch, dass selten Symptome vorhanden sind, kann sich eine Kieferostitis über viele Jahre und Jahrzehnte im Kieferknochen befinden und ausbreiten. Das macht sie zu einer sehr heimtückischen Erkrankung.

Der Begriff Ostitis, der auf einen akut entzündlichen Prozess hindeutet, ist in diesem Zusammenhang eigentlich nicht korrekt, da es sich mehr um eine Knochenauflösung oder Knochennekrose als um eine echte Entzündung handelt. Allerdings hat sich über lange Jahre hinweg der Begriff Kieferostitis im Sprachgebrauch eingebürgert. Von daher werde ich diesen Begriff auch vorrangig benutzen. Die chronische Kieferostitis ist unter vielen anderen Namen bekannt, vor allem im anglo-amerikanischen Sprachgebrauch, ist der Begriff „Cavitation“ sehr gebräuchlich. Weitere Namen sind: chronische Kiefernekrose, chronische Osteomyelitis, Osteonekrose, Osteolyse oder Chronisch ischämische Knochenerkrankung (CIBD), Ratner Knochenhöhle oder auch NICO, diese ist meist mit starken Schmerzen verbunden.

NICO ins Deutsche übersetzt heißt so viel wie „Neuralgie auslösende und Hohlräume produzierende Knochenauflösung“. Der Begriff NICO wurde von dem amerikanischen Pathologen Professor Jerry Bouquot im Jahre 1955 geprägt.


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Quelle: Biological Dental Health

Der Skeptiker frägt natürlich: Gibt es wissenschaftliche Nachweise für die Existenz der Kieferostitits?
Die Kieferostitis wurde erstmals erwähnt im Jahr 1848 in einem amerikanischen Textbuch von Dr. Thomas Bond mit dem übersetzten Titel „Eine Praktische Abhandlung über Zahnmedizin“
(siehe Photo links).

Bond empfahl als Mittel der Wahl zur Behandlung einer Kieferostitis die Entfernung des erkrankten Kieferknochens. 



Wie die Behandlung einer Kieferostitis im Detail aussieht, darauf kommen wir später noch.

Auch der Vater der modernen Zahnheilkunde G.V. Black hat dieser Erkrankung ein eigenes Kapitel gewidmet in seinem 1915 erschienen Werk „Work on Special Dental Pathology“. Black beschreibt die Kieferostitis mit dem Namen Kieferknochen-Kavität woraus sich wohl später der Name „Cavitation“ ergeben hat. Black hat sich damals schon gewundert, wie eine Cavitation so viel Knochen zerstören kann, ohne dabei eine Rötung, Eiter oder eine Schwellung zu verursachen noch dazu ohne die Körpertemperatur zur erhöhen und meistens sogar ohne jede Art von Schmerzen zu verursachen. Auch seine Behandlungsempfehlung war, den erkrankten Knochen zu entfernen.

Weitere Forschungen in den 50-er und 60-er Jahren wurden unter anderem durchgeführt an den Universitäten von Toulouse in Frankreich, Minneapolis und Kopenhagen. Ausserdem wurde das Konzept der Kieferostitis im umfangreichen Textbuch „Osteonekrose, Ursache, Diagnose und Behandlung“ der Amerikanischen Akademie für Orthopädische Chirurgen unterstützt. 

Der amerikanische Arzt Patrick Störtebecker hat 1986 nachgewiesen, dass wurzelbehandelte Zähne und andere Zahn-bedingte Störfelder Erkrankungen wie, Multiple Sklerose, Hirntumore, Schizophrenie, Epilepsie und weitere neurologische Krankheiten verstärken können

Einer der profiliertesten Forscher auf dem Gebiet der Kieferostitis ist der vorhin schon erwähnte amerikanische Pathologe Professor Jerry Bouquot, der umfangreiche Untersuchungen angestellt hat und Cavitations zweifelsfrei nachgewiesen hat.

Es gibt mittlerweile über 800 Veröffentlichungen zum Thema chronische Kieferostitis, an die 30 Studien zum selben Thema, alle herausgegeben in renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften. Auch bei mir in der Praxis sehe ich Patienten, die an einer Kieferostitis erkrankt sind jede Woche.

Was verursacht denn nun eine Cavitation, eine Kieferostitis?
Oft wird behauptet, dass eine Kieferostitis durch das Nicht-Entfernen des sogenannten periodontalen Ligaments verursacht wird. Das periodontale Ligament ist der Faserapparat der den Zahn im Knochen verankert und der bei einer Zahnentfernung ebenfalls mitentfernt werden sollte. Dies ist sicher ein sehr entscheidender Faktor, der jedoch alleine noch keine Kieferostitis verursacht

Wie so oft in der Natur und im menschlichen Organismus ist die Entstehung einer Erkrankung selten ein Geschehen, das nur eine einzige Ursache hat. So ist es auch bei der einer Kieferostitis. Sie ist das Resultat von vielen örtlichen, systemischen und energetischen Geschehen die letztendlich zu einer verminderten Blutzufuhr, zu einem absterbenden und faulenden Knochenmark führen.

Hier ist eine Auflistung von weiteren Faktoren, die mitverantwortlich für die Entstehung einer Kieferostitis sein können:

  • Eine schwere Infektion des Kieferknochens

  • Eine angeborene oder erworbene Störung der Blutgerinnung

  • Der Gebrauch von Kortison vor oder nach einer Zahnextraktion

  • Die Langzeit Einnahme von bestimmten Schmerzmitteln

  • Tabak- oder Nikotin-Genuss, die die Knochenheilung behindern können

  • Fehlernährung

  • Osteoporose

  • Chemotherapie oder Radiotherapie

  • Vorhandensein von Schwermetallen, wie Quecksilber, Silber, Kupfer oder Eisen

  • Schilddrüsen-Fehlfunktion

  • Trauma durch zahnärztliche Chirurgie

  • Eine Chronik schwerer Traumata, sei es spirituell, mental, emotional oder physisch von der sich der Patient nicht erholt hat.

  • Ein geschwächtes Abwehrsystem

  • Chronische Erkrankungen


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Wie sieht eine chronische Kieferostitis aus?
Im Transkript habe ich ein Bild einer Kieferostitis abgebildet.

Quelle: Biological Dental Health


Wie kann eine chronische Kieferostitis gefunden werden kann?
Es ist nicht einfach eine Kieferostitis zu finden und zu diagnostizieren. Nur wenige Zahnärzte oder Kieferchirurgen haben Kenntnisse über die chronische Kieferostitis und viele wissen nicht einmal von deren Existenz. Aus diesem Grund bleibt die  Kieferostitis häufig von Zahnärzten unentdeckt. Ausserdem sind die von der chronischen Kieferostitis produzierten Hohlräume und dadurch entstandenen Knochenerweichungen auf den zahnärztlichen Röntgenbildern oft nur schwer, wenn überhaupt erkennbar.

Ein gutes Diagnosemittel ist ein Ultraschallgerät namens „Cavitat“, das vereinfacht gesagt, die Porosität, also die Durchlässigkeit des Kieferknochens testet. Andere Testverfahren, die zur Diagnose geeignet sind fallen unter die Kategorie der bio-energetischen Testverfahren. wie zum Beispiel der PrevenTest, die Elektroakkupunktur oder Applied Kinesiology.

Ich wiederhole hier nochmals einen Hinweis aus dem letzten Podcast, der für das Verständnis zum Auffinden eines Kieferstörfeldes wichtig ist. Bei der Diagnose eines Störfeldes gilt es mehrere Bereiche zu berücksichtigen. Ein Bereich sind die energetischen Wechselbeziehungen zwischen Zähnen und Organen, wie sie von dem Arzt Dr. Voll und dem Zahnarzt Dr. Kramer zusammengestellt wurden und die Du auf meiner Homepage in der Tooth-Chart anschauen kannst.

Auf dieser Tooth-Chart erkennst Du die Beziehungen der einzelnen Zähne und den mit ihnen verbundenen Organen, Gelenken, Drüsen, Rückenmarks-Segmenten. Die Grundlage für diese Verbindungen bilden die Meridiane dar. Meridiane sind „Leitbahnen“ in denen nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) die Lebensenergie (Qi) durch den Körper fließt. Dass diese Energiebahnen tatsächlich vorhanden sind wurde auch wissenschaftlich nachgewiesen.

Wie häufig kommt eine chronische Kieferostitis überhaupt vor?
Am häufigsten kommt eine Kieferostitis nach Zahnentfernungen vor und hier besonders nach dem Entfernen von Weisheitszähnen. Eine Untersuchung von Dr. Thomas Levy und Dr. Hal Huggins brachte zutage, dass sich in 88% der Fälle nach einer Weisheitszahnentfernung eine Kieferostitis gebildet hat. Und in mehr als 75% aller Zahnextraktionen. Sie haben auch herausgefunden, dass je kleiner der Zahn ist, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Kieferostitis entwickelt.

Wie wird eine der chronischen Kieferostitis erfolgreich behandelt?
Eine erfolgreiche Behandlung der chronischen Kieferostitis gelingt bisher nur durch die chirurgische Säuberung des betroffenen Knochenbereichs am besten noch unterstützt von Vitamin C Infusionen, naturheilkundlicher Begleitbehandlung und individuell abgestimmten Nahrungsergänzungsmitteln. Natürlich kann der erhoffte Erfolg nicht garantiert werden. Der Erfolg ist auch ganz entscheidend von der Mitarbeit und dem Lifestyle (vor allem richtige Ernährung, Vitamin- und Mineralstoff-Zufuhr, ausreichend Bewegung, Vermeidung von Zucker und Elektrosmog) des Patienten sowie der zugrunde liegenden Ursache (psychische, mental, emotional) für die Entstehung abhängig.

Man kann aber feststellen, dass selbst wenn der direkt sichtbare Erfolg ausbleibt, die Beseitigung der chronischen Kieferostitis eine enorme Entlastung für den Körper bedeutet. Oftmals ist es gerade diese Entlastung, die den ersten Schritt zur Wiederherstellung der Selbstheilungskräfte darstellt und darstellt und damit den Weg freimacht für die Gesundung.

Welche Auswirkungen kann eine chronische Kieferostitis auf die Gesundheit haben?
Grundsätzlich lässt sich sagen, dass jede Krankheit, vor allem eine chronische Erkrankung, durch ein Kieferstörfeld verschlechtert werden kann. Ausserdem kann ein Störfeld auch als Therapiebremse wirken. Die Auswirkungen einer chronischen Kieferostitis auf die Gesundheit können ganz unterschiedlich sein. Sie reichen von Schulter-Arm-Problemen, Gehstörungen und Rückenschmerzen über Gesichtsschmerzen, Rheuma, Migräne bis hin zu Antriebslosigkeit und hohem Blutdruck und das sind nur ein paar der möglichen Auswirkungen.

Wann solltest Du an das Vorhandensein eines (Kiefer-)Störfeldes denken?
Wenn sich eine Erkrankung, vor allem eine chronische Erkrankung durch keine Behandlung beeinflussen lässt oder nach vermeintlicher Heilung wieder auftritt. Hier nochmals eine Liste, als Wiederholung vom letzten Podcast) von Krankheiten und Symptomen, bei denen an ein Kieferstörfeld gedacht werden sollte.

  • Jegliche Form von Rheuma

  • Migräne und Kopfschmerzen

  • Chronische Erschöpfungszustände

  • Vermehrte Empfindlichkeit auf chemische Produkte

  • Hautausschläge

  • Herzerkrankungen

  • Schmerzen und Beschwerden an Gelenken und Muskeln

  • Krank (müde, ausgebrannt, überfordert, wetterfühlig) fühlend ohne dass der Arzt etwas findet

  • Nervenschmerzen, vermeintlich ohne Ursache

 
Die Liste ist sicher unvollständig, aber ich denke Du bekommst ein Gefühl dafür, was ich meine. Oft ist es ja so ein Bauchgefühl, das uns sagt, „Irgendwas ist nicht in Ordnung“, selbst wenn uns der Behandler vom Gegenteil überzeugen will oder meint, dass wir uns das nur einbilden.

So, das war es auch schon wieder für heute. Toll, dass Du dabei warst..

Bis zur nächsten Woche.

Ich bin Dr. Elmar Jung mit dem Podcast für deine beste Gesundheit.

Weiterführende Informationen findest Du bei folgenden Links und Büchern:

Dr. Johann Lechner: Kieferostitis Buch
Dr. Johann Lechner: Kieferostitis Artikel
Dr. Johann Lechner at al.: Kieferostitis mehrere wissenschaftliche Artikel

Englische Literatur
Professor  Jerry Bouquet: Cavitations
Biological Dental Health: Der zweite! Artikel auf der Seite
Suzin Stockton: YouTube-Serie
Dr. Shankland: Cavitations



 

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