Ein Zahn-Störfeld - was ist das?





Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge.

Heute diskutieren wir ein Phänomen, das unter Zahnmedizinern bisher nur relativ wenig Beachtung findet. Das Störfeld.

Gleich vorweg sei gesagt, dass die Bezeichnung Störfeld, auch „Herd“ genannt, unter Zahnärzten und Medizinern sehr umstritten ist und mehrheitlich als nicht existent, als regelrechter Irrglaube abgetan wird. Viele wissen nicht einmal von der Existenz von Störfeldern.

Trotzdem gibt es Störfelder sehr wohl.

Was ist überhaupt ein Störfeld?
Ein Störfeld kannst Du Dir folgendermaßen vorstellen: Wenn zum Beispiel ein wurzelbehandelter Zahn eine Störung verursacht, die an einer anderen Stelle im Körper auftritt, dann sprechen wir von einem sogenannten Störfeld-Geschehen. Das kann zum Beispiel das Auftreten rheumatischer Beschwerden nach einer Wurzelbehandlung sein, die verschwinden sobald der wurzelbehandelte Zahn entfernt ist. Oder das Auftreten von Herzproblemen durch eine chronische Kieferentzündung, die verschwinden, sobald der chronisch entzündete Kieferbereich gesäubert wurde. Störfeld-Erkrankungen sind also Erkrankungen, deren Ursache nicht am Ort der Störung zu finden sind.

Ein Störfeld ist eine Störung, die den Organismus dauerhaft belastet. Ein Störfeld macht den Körper für andere Erkrankungen und Störungen anfälliger. Ein Störfeld vermindert die Selbstheilungskräfte und hemmt damit die Abwehrkraft. Ein Störfeld stellt eine krankhafte, örtlich begrenzte Veränderung im Bindegewebe dar mit der sich der Organismus mit Hilfe seiner lokalen und allgemeinen Abwehrsysteme auseinandersetzen muss. Erst wenn diese lokale Abwehr zusammenbricht, sei es durch innere und oder äußere Einflüsse, beginnt die Fernwirkung des Störfeldes auf den Organismus und erst dann beginnt die Störfelderkrankung. Das heißt wiederum, nicht jede Kieferentzündung oder jeder tote Zahn verursacht bei jedem Menschen ein Störfeld. Es kommt vielmehr auf die Konstitution, auf die Abwehrlage des jeweiligen Menschen an.

Ein kurzer Ausflug in die Geschichte der Störfeld-Theorie
Ein kurzer Ausflug in die Ursprünge der Theorie des Störfeldes macht deutlich, wie die Gesundheit deines Mundes mit Deiner allgemeinen Gesundheit zusammenhängt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde von Wissenschaftlern die Meinung vertreten, dass Mikroorganismen aus dem Mundraum, an anderen Erkrankungen beteiligt sind, die nicht offensichtlich durch Infektionen verursacht wurden, wie zum Beispiel Arthritis oder Herzerkrankungen. Frank Billings, ein amerikanischer Professor an der Universität von Chicago, veröffentlichte 1916 sein Buch „Focal Infections“, übersetzt „Störfelder“. Darin beschreibt er, dass Störfelder meist im Kopfbereich lokalisiert sind, aber auch in jedem anderen Organ oder Gewebe vorkommen können.

Ein Schüler Billings, Edward Carl Rosenow hat nachgewiesen, dass Bakteriengifte von entzündeten Zähnen eines Menschen, bei Hunden in die Zähne eingepflanzt zu 100% die gleichen Reaktionen hervorriefen, wie zuvor bei dem Menschen, von dem die Bakteriengifte entnommen wurden. Er hat damit bestätigt, was etwa zur selben Zeit Weston A. Price, von dem wir ja schon in früheren Podcasts gesprochen haben, in Ohio herausgefunden hat. Allerdings hat die rigorose Entfernung aller entzündeten Zähne nicht immer die Heilungserfolge erbracht, wie man sich das damals von der Theorie her vorgestellt hatte.

Der Grund dafür war, dass man zu jener Zeit noch nichts von den bahnbrechenden Entdeckungen des Wiener Arztes Alfred Pischinger (1899 – 1983) wissen konnte, die dieser 1975 präsentierte. Pischinger entdeckte Besonderheiten im Bindegewebe, die er das System der Grundregulation nannte und die den menschlichen Körper als ein sich selbstregulierendes System darstellt. Mit seinem „System der Grundregulation“ erkannte Pischinger das größte zusammenhängende Organ, das unseren gesamten Körper durchzieht. Die bedeutendste Erkenntnis war dabei, dass gerade in diesem Grundsystem und nicht, wie bisher angenommen in der einzelnen Zelle, die eigentliche Regulation also die Kontrollfunktion des Lebens, wie Körpertemperatur, Stoffwechsel, pH-Wert usw., stattfindet.

Bei einem gesunden Menschen funktioniert die Versorgung der Zellen durch das Grundsystem einwandfrei. Alle Abfallstoffe, werden problemlos abtransportiert und entsorgt. Wenn dann jedoch Schad- und Giftstoffe hinzukommen, sich im Grundsystem ansammeln und nicht mehr abtransportiert werden können, kann das Regulations-System nach einer Weile seine Entgiftungsfunktion nicht mehr einwandfrei vornehmen, es erschöpft zunehmend und wird letztendlich blockiert. So wird der Organismus dann anfällig für Fehlfunktion und Krankheit. Das Fass ist sozusagen übergelaufen.

Durch Pischingers Erkenntnis lässt sich auch verstehen warum die Entfernung eines Zahn- oder Kiefer-Störfeldes oftmals nicht erfolgreich verläuft, wenn das umgebende blockierte Grundsystem nicht mitbehandelt wird. Wie in einem Computer feinste Steuerungsprozesse unsichtbar und unhörbar ablaufen, so in etwa kannst Du Dir auch den menschlichen Organismus als ein hoch vernetztes und gesteuertes System mit seinen 100 Billionen Zellen und vielfältigen Verbindungen seiner einzelnen Teile vorstellen. Das heißt wiederum, wir haben es hier nicht mit einem einfachen Ursache – Wirkung – Prinzip zu tun, sondern mit einem hochkomplexen und fein abgestimmten System, das natürlich bei jedem Menschen unterschiedlich reagiert.

Leben bedeutet immer, auf Reize zu reagieren. Und nur wenn der Körper auf den Reiz richtig reagiert, ist er gesund. Wie der Körper auf den jeweiligen Reiz reagiert, bestimmt also, ob er gesund bleibt oder erkrankt. Ein Störfeld kann diese Reizantwort stören, damit die Regulationsfähigkeit vermindern und letztendlich an einer vom Störfeld entfernten Stelle eine Erkrankung auslösen, die sogenannte Störfeld-Erkrankung. Damit wird wieder klar, dass von einem Menschen mit stabilem Abwehrsystem potentielle Störfelder vertragen oder kompensiert werden können während es bei einem Menschen mit geschwächtem, vorgeschädigtem Abwehrsystem zu Beschwerden und Erkrankungen kommen kann. Also dieselbe Erkrankung macht den einen Menschen krank, während ein anderer Mensch damit gut leben kann.

Leider sind in der heutigen Zeit sehr viele Menschen so vielen unterschiedlichen Schad- und Giftstoffen ausgesetzt oder setzen sich diesen aus, dass ihr Immunsystem schon vorgeschädigt ist. ´Von daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Zahl der Menschen, die an chronischen Krankheiten leiden immer mehr zunimmt.

Wie findet der Arzt oder Zahnarzt ein Störfeld?
Bei der Störfeld-Suche geht es darum, die Beziehung zwischen Schmerz oder Beschwerden und Auslöser zu finden. Wie bei jeder anderen Anamnese stehen dabei an erster Stelle die ausführliche Krankengeschichte und die Untersuchung.

Für die Störfeld-Diagnostik gelten jedoch ein paar Besonderheiten.

  1. Störfelder sind meist schmerzlos, sie sind sozusagen stumm

  2. Störfelder zeigen oft wechselnde Beschwerden

  3. Störfelder sind oft nicht durch normale Laboruntersuchungen zu erkennen

  4. Störfelder sind meist nicht am Ort der Schmerzen zu finden

  5. Störfelder zeigen oft keine sichtbaren Veränderungen, wie Rötung, Schwellung, Eiter oder Temperaturanstieg

  6. Störfelder brauchen keine Bakterien als Ursache

  7. Störfelder im Kieferbereich sind oft nicht im Röntgenbild erkennbar

  8. Störfelder im Kieferbereich benötigen zur genauen Diagnostik oft zusätzliche Testverfahren, wie das Ultraschallgerät „Cavitat“ oder feinenergetische Tests wie den PrevenTest, die Elektroakkupunktur oder Applied Kinesiology

 

Bei der Diagnose eines Störfeldes gilt es mehrere Bereiche zu berücksichtigen. Ein Bereich sind die energetischen Wechselbeziehungen zwischen Zähnen bzw. Kieferbereichen und Organen, wie sie von dem Arzt Dr. Voll und dem Zahnarzt Dr. Kramer zusammengestellt wurden und die Du auf meiner englischen Homepage in der Tooth-Chart anschauen kannst.

Auf dieser Tooth-Chart erkennst Du die Beziehungen der einzelnen Zähne und den mit ihnen verbundenen Organen, Gelenken, Drüsen, Rückenmarks-Segmenten. Die Grundlage für diese Verbindungen bilden die Meridiane dar. Meridiane sind „Leitbahnen“ in denen nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) die Lebensenergie (Qi) durch den Körper fließt. Dass diese Energiebahnen tatsächlich vorhanden sind wurde auch wissenschaftlich nachgewiesen.

Wann solltest Du an das Vorhandensein eines Störfeldes denken?
Wenn sich eine Erkrankung, vor allem eine chronische Erkrankung durch keine Behandlung beeinflussen lässt oder nach vermeintlicher Heilung wieder auftritt. Das nennt man dann auch Rezidiv. Besonders bei folgenden Krankheiten oder Symptomen sollte an ein Störfeld-Geschehen gedacht werden:

  • Jegliche Form von Rheuma

  • Migräne und Kopfschmerzen

  • Chronische Erschöpfungszustände

  • Vermehrte Empfindlichkeit auf chemische Produkte

  • Hautausschläge

  • Herzerkrankungen

  • Schmerzen und Beschwerden an Gelenken und Muskeln

  • Krank (müde, ausgebrannt, überfordert, wetterfühlig) fühlend ohne dass der Arzt etwas findet Nervenschmerzen, vermeintlich ohne Ursache


Die Liste ist sicher unvollständig, aber ich denke Du bekommst ein Gefühl dafür, was ich meine. Oft ist es ja so ein Bauchgefühl, das uns sagt, „Irgendwas ist nicht in Ordnung“, selbst wenn uns der Behandler vom Gegenteil überzeugen will oder meint, dass wir uns das nur einbilden. Für den Zahnarzt sind natürlich besonders die Störfelder im Zahn- und Kieferbereich interessant.

Was sind die hauptsächlichen Störfelder im Zahn- und Kieferbereich?
Die hauptsächlichen Störfelder im Zahn- Kieferbereich sind

  • tote Zähne,

  • verlagerte Zähne, vor allem Weisheitszähne

  • wurzelbehandelte Zähne,

  • Wurzelreste im Kiefer,

  • Metalle in Kronen, Brücken und Füllungen,

  • Implantate

  • kieferorthopädische Behandlungen 

  • chronische Entzündungen des Zahnnervs

 
Wo kommen Störfelder sonst noch vor?
Störfelder gibt es allerdings nicht nur im Zahn- und Kieferbereich auch entzündete Mandeln oder Nasennebenhöhlen können zu Störfeldern werden. Genauso Darmerkrankungen, eine chronische Blinddarmentzündung oder Narben. Besonders interessant für den Zahnarzt ist das Kiefer-Störfeld. Wir schauen uns deshalb im nächsten Podcast an, was ein Kiefer-Störfeld, auch Kieferostitis genannt, ist. Wie es diagnostiziert und behandelt wird.

Okay, das war es dann mal wieder für heute. Klasse, dass Du dabei warst.

Bis zur nächsten Woche.

Ich bin Dr. Elmar Jung mit dem Podcast für deine beste Gesundheit.

Zum Nachlesen:

Karlheinz Graf: Störfeld Zahn

Dr. Johann Lechner: Störfeld-Diagnostik

Dr. Johann Lechner: Zahnstörfelder als Ursache von chronischen Krankheiten

Dietrich Volkmer: Herd, Focus, Störfeld

Alfred Pischinger: Das System der Grundregulation: Grundlagen einer ganzheitsbiologischen Medizin

Hans-Peter Zimmermann: Allergien und Grundsystem nach Pischinger

Fragen und Antworten: Quellen für Heilung Was ist Grundregulation

Ultraschallgerät: Cavitat-Scan

Feinenergetische Tests: PrevenTest, Elektroakkupunktur oder Applied Kinesiology

Zahn-Organ-Verbindungen: Tooth-Chart auf meiner Webseite im Menü anklicken

Meridiane: Meridiane

Nachweis der Meridiane: Meridiane


 

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