Ganzheitliche Zahnmedizin - "Was ist da anders?"




Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge.

Heute unterhalten wir uns darüber was Ganzheitliche Zahnmedizin ist und was dabei anders ist als bei der sogenannten „Schul-Zahnmedizin“. Der Begriff „ganzheitlich“ steht stellvertretend für andere Begriffe, die in diesem Zusammenhang ebenfalls verwendet, wie „biologisch“, „holistisch“, “systemisch“ oder auch „integrativ“.

Ganzheitliche Zahnmedizin ist für mein Verständnis keineswegs eine Alternative zur „Schul-Zahnmedizin“, sie stellt vielmehr eine Ergänzung, eine Erweiterung dar. Ganzheitliche Zahnmedizin schaut auf mehr als nur die zahnärztlichen Probleme. Sie schaut auf die vorliegenden zahnärztlichen und gesundheitlichen Probleme gewissermaßen von einem erweiterten Blickwinkel.

„Schul-Medizin und „Schul-Zahnmedizin“: Gute Hilfe bei akuten Problemen:
Vergleichbar mit der „Schul-Medizin“ leistet auch die „Schul-Zahnmedizin“ hervorragende Dienste bei akuten Problemen. Behandlungen wie akute Zahnschmerzen, Zahnentzündungen, chirurgische Behandlungen und Zahnversorgungen, wie Kronen oder Brücken werden bei der „Schul-Zahnmedizin“ auf hohem Niveau gewährleistet. Hierbei beschränkt sich die „Schul-Zahnmedizin“ auf die sozusagen klar ersichtlichen Probleme des Kauorgans. Oft sieht man dabei jedoch die zu Grunde liegenden Ursachen und die Zusammenhänge zwischen Kauorgan und dem Rest des Körpers vernachlässigt.

Durch diese eingeschränkte Sicht- und Behandlungsweise kann es dann unter Umständen für den Patienten nach einer zahnärztlichen Behandlung, oft zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt, zu scheinbar unerklärlichen Beschwerden kommen, die dann aber nicht mit der damals vorgenommenen Behandlung in Zusammenhang gebracht werden. So beginnt nicht selten für den Patienten eine Odyssee von Arzt zu Arzt, mit vielfältigsten und oftmals teuren Untersuchungen ohne dass die Ursache gefunden oder die Symptome eine Linderung erfahren.

Auch der ganzheitlich tätige Zahnarzt sorgt sich natürlich um kariöse oder zerstörte Zähne, genau passende Kronen und Brücken, entzündetes Zahnfleisch oder einen korrekten Biss. Ganzheitliche Zahnärzte sehen die Zähne jedoch nicht isoliert vom Rest des Körpers sondern als integralen Bestandteil des Gesamtsystem Mensch, sie vereinen damit die klassische mit der ganzheitlichen Zahnmedizin.

Den Horizont erweitern:
Durch diesen, ich nenne es mal, erweiterten Horizont, kam man zur Erkenntnis, dass der gesamte Zahn-, Kiefer- und Mundbereich bei jedem Menschen in hochkomplexer Form mit anderen Organen und Körpersystemen im Zusammenspiel ist, vernetzt ist wohl das richtige Wort dafür. Sich dessen bewusst zu sein, macht systemisches, integratives Denken notwendig. Folgerichtig weiß man daher, dass sich jede Veränderung im Zahn-, Kiefer- und Mundbereich bei entsprechender Voraussetzung auf andere, oft auch weit entfernte Bereiche und Organe des Körpers auswirken kann.

Die Zahn-Organ-Verbindung:
Den Zusammenhang zwischen Zähnen und anderen Körper-Bereichen oder Organen kannst du sehr übersichtlich in der Tooth-Chart ersehen, die Du auf meiner englischen Webseite findest. In der klassischen „Schul-Zahnmedizin“ werden diese Zusammenhänge oft nicht in Betracht gezogen. Das heißt auch, dass in der herkömmlichen Zahnmedizin dieses systemische Denken noch keinen Einzug gefunden hat. Somit werden Patienten oft mit Materialien versorgt, die für sie unverträglich sind, was aber zum Zeitpunkt der Versorgung noch keine Reaktion hervorrufen muss. Wenn dann Reaktionen auftreten, werden diese, weil die zahnärztliche Behandlung schon eine Weile zurückliegt, nicht mit dieser Reaktion in Zusammenhang gebracht.

Ein gesunder Mensch mit starkem Abwehrsystem mag mehrere wurzelbehandelte Zähne und Amalgamfüllungen gut vertragen ohne dass seine Gesundheit beeinträchtigt wird. Aber für einen Menschen, der gesundheitlich schon angeschlagen ist, kann sich dies verhängnisvoll auswirken, wie Du aus den vielen Beispielen in früheren Podcasts schon gehört hast.

Das Fass läuft über:
Warum das so ist lässt sich am besten erklären, wenn Du Dir den Organismus als großes Fass vorstellst. Die Tropfen, die das Fass füllen kannst Du gleichsetzen mit jeder Art von Belastung. Die ersten Tropfen füllen nur den Boden des Fasses aus, verursachen damit aber noch keine Symptome, der Körper kann diese „Tropfen“ ausgleichen. Mit der Zeit füllt sich dann das Fass und plötzlich, wie aus heiterem Himmel sind Symptome vorhanden und sobald der letzte Tropfen dann das Fass zum Überlaufen gebracht hat ist die Krankheit da. Natürlich war es nicht dieser letzte Tropfen, der die gesamte Krankheit verursacht hat, er war nur derjenige, der es zum Vorschein gebracht hat. All die anderen Tropfen, die das Fass gefüllt haben, waren daran genauso beteiligt wie dieser letzte Tropfen. 

Nun herauszufinden, wie die Krankheit sich entwickelt hat, sowie die das Fass füllenden Beschwerden zu erkennen, um das Fass wieder zu leeren, das ist die Kunst des ganzheitlichen Therapeuten. Da dies ein sehr komplexes Geschehen und durch die systemische Vernetzung des Menschen mit zu Beginn vielen Unbekannten ist, macht dies eine Garantie für den Heilerfolg unmöglich um nicht zu sagen unseriös. Wo die Krankheit dann zum Vorschein kommt hängt von der Disposition des Menschen ab was wir später noch bei der Regulation sehen werden. Von daher wird jetzt auch verständlich, dass sich der ganzheitlich tätige Zahnarzt um die Materialien, die er in den Körper seiner Patienten einbringt Gedanken macht. Sei dies das Material für Zahn-und Wurzel-Füllungen, Kronen oder auch Implantate.

Aus vorsorglichen Überlegungen könnte man auch dem gesunden Menschen empfehlen seine quecksilberhaltigen Füllungen austauschen zu lassen und die wurzelbehandelten Zähne regelmäßig auf ihre Toxizität zu überprüfen oder zumindest beim Auftreten von gesundheitlichen Problemen auf diese Risikofaktoren hinweisen und entsprechende Behandlungen durchführen. Da der ganzheitlich tätige Zahnarzt um diese möglichen Reaktionen des Körpers auf zahnärztliche Materialien und Behandlungen weiß, stellt sich für ihn schon vor der Behandlung die Frage, wie der Patient auf diese Materialien und Behandlungen reagieren wird. Verträgt der Patient eine Wurzelbehandlung oder ein bestimmtes Füllungsmaterial, wie ist seine allgemeine Reaktions- und Entgiftungslage?

Um dies einzuschätzen, gibt es verschiedene Testverfahren. Hierzu gehört unter anderem der Lymphozyten-Transformations-Test, kurz LTT genannt. Der LTT ist ein Bluttest, der die Sensibilisierung des Körpers auf verschieden Materialien testet.  Oder es gibt auch verschieden bio-energetische Testverfahren, wie der PrevenTest oder die Applied Kinesiology. Jeder Test, egal ob es ein Bluttest, ein Nahrungsmitteltest oder ein Verträglichkeitstest für zahnärztliche Materialien ist, ist immer nur eine Momentaufnahme. Das heißt der Test kann keine Garantie geben, dass das Nahrungsmittel oder das Füllungsmaterial auch in ein paar Monaten oder Jahren noch gut verträglich ist. 

Worauf ganzheitlich tätige Zahnärzte verzichten:
Ganzheitliche Zahnärzte verzichten auf quecksilberhaltige Amalgamfüllungen, auf Metalle für Füllungen, Kronen, Brücken und Prothesen oder Titan für Implantate. Einige ganzheitliche Zahnarztpraxen gehen soweit überhaupt keine Wurzelbehandlungen oder Implantate anzubieten. Stattdessen werden Vollkeramiken für diese Behandlungen verwandt, die ebenfalls vor der Behandlung auf Verträglichkeit ausgetestet werden können. Wie viele andere behutsam vorgehende Zahnärzte benutzt auch der ganzheitlich tätige Zahnarzt keine Turbine zum Beschleifen der Zähne. Eine Turbine ist der Bohrer, der diese für eine Zahnarztpraxis typischen in hoher Frequenz pfeifenden Geräusche verursacht. Es wird stattdessen ein relativ langsam drehender Bohrer verwendet, der die Gefahr der Überhitzung des Zahnnervs reduziert, was unter Umständen zum Absterben des Zahnes führen kann. Das Beschleifen eines Zahnes dauert mit dieser behutsamen Vorgehensweise zwar etwas länger, ist aber viel schonender für den Zahn.

Chronische Erkrankungen auf dem Vormarsch:
Wenn Du den Blick auf den Gesundheitszustand Deiner Mitmenschen richtest fällt Dir sicher seit Jahren auf, dass die chronischen Erkrankungen, wie Rheuma, Herzerkrankungen, Arthritis, Krebs und viele andere in erschreckender Weise zunehmen. Viele chronisch kranke Menschen erkennen dabei, dass ihnen die „Schul-Medizin“ bei der Heilung oder auch nur Linderung ihrer Beschwerden oftmals relativ wenig Hilfe bietet. Egal welche chronische Erkrankung man in Erwägung zieht, Heilung mit den von der „Schul-Medizin“ zur Verfügung gestellten Behandlungen erscheint in weiter Ferne. Wenn Du schaust, wie viele Milliarden zum Beispiel für den Kampf gegen Krebs ausgegeben wurden und immer noch werden und welche Ergebnisse sprich Erfolge damit erzielt wurden, fällt die Bilanz doch sehr ernüchternd aus. So hat das Bekämpfen von Bakterien mit Antibiotika inzwischen zu sehr widerstandsfähigen Bakterien geführt in deren Folge viele Menschen an diesen resistenten Keimen sterben.

Einen anderen Ansatz bietet hier das ganzheitliche Herangehen an die Erkrankung vor allem durch das Stärken des Abwehrsystems, anstelle der Bekämpfung von Symptomen. Und so ist es für den ganzheitlich tätigen Zahnarzt wichtig, das Immunsystem seiner Patienten aufrecht zu erhalten oder es zu stabilisieren, alle störenden Faktoren zu entfernen und bei der Behandlung ausschließlich gut verträgliche Materialien für den Patienten zu verwenden.

Westliches Gedankengut = Symptomatische Behandlung:
Das Gesundheitsdenken in der westlichen Zivilisation hat sich zu einem immer größeren Detailwissen entwickelt. Inzwischen beherrscht die Spezialisierung fast die gesamte Medizin. Die Behandlung gilt vor allem dem Symptom und weniger dem „Heil-machen“ des ganzen Menschen. Gleichzeitig hat man damit den Überblick fürs Ganze verloren und ist kaum noch in der Lage die Zusammenhänge zu erkennen. Menschen sind nun mal keine Maschinen, wo es einfach vom Symptom zur Ursache und dann zur „Fehlerbeseitigung“ geht. Wir sind hochvernetzte Individuen mit grundverschiedenen Ausgangssituationen auf allen Ebenen, sei es körperlich, seelisch oder geistig. Dies wird geradezu klassisch daran deutlich, wenn Patienten die die gleiche Diagnose erhalten haben auf die gleiche Therapie völlig unterschiedlich reagieren.

Die Regulationsfähigkeit unterstützen
Aus dem bisher gesagten geht hervor, dass der ganzheitlich arbeitende Zahnarzt seinen Patienten als Einheit, als integriertes Ganzes sieht. Für den ganzheitlich arbeitenden Zahnarzt steht deshalb auch die Erhaltung oder Wiederherstellung dieser Integrität und damit der Regulationsfähigkeit des Patienten an vorderster Stelle. Gerade chronische Belastungen aus dem Mund- und Kieferbereich können diese Regulation auf verschiedene Arten stören. Sie können blockierend, überschießend oder destabilisierend wirken. Wenn das Regulationssystem blockiert wird, entstehen vor allem degenerative Erkrankungen, wie Krebs oder Multiple Sklerose, Parkinson oder das Chronische Müdigkeit Syndrom. Bei überschießender Reaktion kommt es zu allergischen und rheumatischen Erkrankungen und auch zu der stark zunehmenden Erkrankung der Multiple Chemical Sensitivity, auf Deutsch mehrfache chemische Empfindlichkeit, kurz auch MCS genannt.

Die MCS bietet ein sehr buntes Beschwerdebild mit Unverträglichkeiten von vielfältigen Chemikalien, wie zum Beispiel Duftstoffen, Zigarettenrauch, Lösungsmitteln oder Abgasen aber auch Nahrungsmittelzusätze, Baumaterialien, Holzschutzmittel und vielem anderen mehr. Eine Folge der destabilisierten Regulation können Herzrhythmusstörungen, vegetative Erschöpfung oder Nervenschmerzen, sogenannte neuralgiforme Beschwerden sein. Alle Patientenbeispiele, von denen ich Dir in den bisherigen Podcasts, vor allem bei Amalgam und Wurzelbehandlungen, berichtet habe, sind durch solche Regulationsstörungen entstanden und durch Beseitigung der Regulationsblockaden wieder gesundet.

Wo findest Du einen ganzheitlichen Zahnarzt?
Die einfachste Möglichkeit ist nach ganzheitlichem Zahnarzt googeln oder in Internet-Foren nach Erfahrungsberichten anderer Patienten zu schauen. Du kannst Dich auch an die Gesellschaft für ganzheitliche Zahnheilkunde, kurz GZM genannt, wenden. Auf deren Webseite gibt es die Möglichkeit nach ganzheitlich tätigen Zahnärzten in deiner Umgebung zu suchen. Außerdem bietet deren Webseite noch weitere Informationen zum Thema ganzheitliche Zahnheilkunde. Auch die Deutsche Gesellschaft für Umwelt-Zahnmedizin, kurz deguz bietet diesen Service an oder der Bundesverband der naturheilkundlich tätigen Zahnärzte in Deutschland e.V. BNZ

So, das war es auch schon wieder für heute. Vielen Dank fürs Zuhören. Ich hoffe, dass ich Dir wieder einige hilfreiche Informationen zum Thema Zahnmedizin liefern konnte und freue mich schon auf nächste Woche.

Bis dahin. Tschüss und mach´s gut.

Ich bin Dr. Elmar Jung mit dem Podcast für deine beste Gesundheit.

Weitere Informationsquellen:

  • Gesellschaft für ganzheitliche Zahnheilkunde, kurz GZM

  • Deutsche Gesellschaft für Umwelt-Zahnmedizin, kurz deguz

  • Bundesverband der naturheilkundlich tätigen Zahnärzte in Deutschland e.V. BNZ


 

Möchtest Du das Kontaktformular nutzen?


Dr. Elmar Jung persönlich | Impressum | Online-Dispute-Resolution | Cookie Policy | Kundenmeinungen | Kontakt



empty